Geschichte

Bereits in der Jungsteinzeit begannen viele Völker mit der Verarbeitung von Getreide, um es im Rahmen ihrer täglichen Ernährung besser nutzen zu können. Die verschiedenen Verarbeitungsformen führten im Laufe der Zeit zu den unterschiedlichsten Produkten: von Fladenbrot über Sauerteig und Couscous bis hin zu … Gofio. Viele schriftliche Quellen belegen, dass verschiedene Arten und Zubereitungen von Getreide von allen großen Zivilisationen konsumiert wurden. So bot Abigail auf dem Berg Karmel ihrem späteren Mann David Fladen aus geröstetem Mehl an, und der römische Dichter Vergil beschreibt im ersten Buch der Aeneis, wie Aeneias an der Küste Nordafrikas seinen Männern befiehlt, Getreide zu rösten und dann zwischen Steinen zu zermahlen.

Gofio, der bereits aus der Zeit vor der spanischen Eroberung der Inseln stammt, ist heute ein wichtiges Element der gastronomischen Identität der Kanaren. Während die Speise auf Lanzarote und Gran Canaria als Gofio bekannt war, wurde sie von den Einwohnern Teneriffas ursprünglich als Ahoren bezeichnet.

Vor der Kolonialisierung der Inseln wurde Gofio aus verschiedenen Getreidesorten – z. B. Gerste, Weizen, Erbsen oder Bohnen –hergestellt, die in Tongefäßen geröstet und zwischen Basaltsteinen gemahlen wurden.

Mit der Ankunft der Kolonisten allerdings fanden auch Mais und Roggen, die aus der Neuen Welt jenseits des Atlantiks stammten, Einzug in die tägliche kanarische Küche.

 

Der ausgezeichnete Nährwert, die einfache Zubereitung und der günstige Preis haben dazu beigetragen, dass Gofio in der Geschichte und Gastronomie der Kanarischen Inseln immer noch einen hohen Stellenwert einnimmt. Gerade in schwierigen Zeiten, wie etwa während des Spanischen Bürgerkriegs und der Nachkriegszeit, war Gofio ein unentbehrliches Nahrungsmittel für viele kanarische Familien. Aufgrund knapper Lebensmittelressourcen waren sie zwar mitunter dazu gezwungen, ihren Gofio aus Farnwurzeln, Mittagsblumen oder sogar Eiskraut herzustellen, allerdings konnten sie dadurch die Ausbreitung der damals auf dem spanischen Festland weit verbreiteten Rachitis auf den Kanaren verhindern.

Heutzutage ist Gofio auf den Kanaren weder aus der gehobenen noch aus der alltäglichen Küche wegzudenken. Darüber hinaus wird er in Argentinien, in einigen Regionen Brasiliens, in Chile, auf Kuba, in Nicaragua, auf Puerto Rico, in der Dominikanischen Republik, in Uruguay und in Venezuela sowie in einigen Regionen Afrikas hergestellt und gegessen.


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